Reisen für Personen mit eingeschränkter Mobilität

Sanitätshaus Burg GmbH

 

Ob Füße im Sand, kulturelle Besonderheiten erleben oder Sehenswürdigkeiten im eigenen Land erkunden: Ein Handicap ist heutzutage kein Grund mehr, das Fernweh nicht zu stillen. Viele Reiseanbieter, Airlines und Hotels bieten zahlreiche Möglichkeiten für barrierefreies Reisen. Wir geben Ihnen hilfreiche Tipps, wie Reisen für Personen mit eingeschränkter Mobilität zum entspannten Erlebnis werden und worauf Angehörige achten sollten.


 

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Barrierefreier Urlaub: Pauschal oder selbst planen?

Wenn der Urlaub behindertengerecht sein soll, haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder planen Sie die Reise selbst oder Sie wählen Pauschalreisen von Anbietern, die barrierefreie Angebote haben. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.

 

Reiseanbieter, die auf barrierefreies Reisen spezialisiert sind

Zum Glück gibt es heutzutage viele Reiseanbieter, die Reisen für Personen mit eingeschränkter Mobilität möglich machen. In der Regel weisen solche Veranstalter darauf hin, für welche Einschränkungen eine Reise geeignet ist, etwa für Rollstuhlfahrer, Menschen mit Gehbehinderung oder anderen Handicaps. Außerdem finden sich viele Angebote, bei denen Sie als Angehöriger nicht zwingend mitreisen müssen: Das Deutsche Rote Kreuz bietet beispielsweise betreute Reisen an. Dabei begleiten qualifizierte Reiseleiter Senioren und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen.

Eignung für Personen mit eingeschränkter Mobilität:

  • Vorteil: Mit einer Pauschalreise haben Sie weniger Organisationsaufwand und können sich darauf verlassen, dass die Reise behindertengerecht gestaltet ist.
  • Nachteil: Sie haben weniger Gestaltungsspielraum und sind bei der Auswahl der Reiseziele eingeschränkt.

 

Selbst den Urlaub behindertengerecht planen

Wer mehr Freiheit bei der Planung des Urlaubs sucht, kann die Organisation selbst in die Hand nehmen. Die gute Nachricht ist, dass es weltweit viele tolle Möglichkeiten für Menschen mit Einschränkungen gibt. Wichtig ist, dass Sie bei der Planung genau hinsehen und Hotels, Ausflüge, Transportmittel und Co. auf ihre Barrierefreiheit überprüfen.

Eignung für Personen mit eingeschränkter Mobilität:

  • Vorteil: Sie haben die volle Flexibilität bei der Reisegestaltung und sind nicht auf Reiseveranstalter angewiesen. Das erhöht auch die Auswahl.
  • Nachteil: Die Planung ist aufwendiger und es kann vor Ort zu unvorhergesehenen Herausforderungen kommen.

 

Worauf Sie beim Reisen mit Mobilitätseinschränkungen achten sollten

Barrierefreie Anreise

Je nach Reiseziel sind andere Transportmittel sinnvoll. Wenn Sie einen barrierefreien Urlaub in Deutschland machen wollen, ist womöglich das Auto die einfachste Variante. Achten Sie auf einen sorgfältigen Transport von Hilfsmitteln im Auto. Alles, was Sie für die Urlaubszeit benötigen, sollte sicher und gemäß der StVO verstaut sein.

Barrierefreies Reisen mit der Bahn ist ebenfalls möglich. Die Deutsche Bahn bietet einen Mobilitätsservice, der Ihnen die Anreise erleichtert und Vergünstigungen für mobilitätseingeschränkte Reisende bereithält.

Auch Flugreisen sind für Personen mit eingeschränkter Mobilität kein Problem: Viele Airlines bieten Sonderservices an und ermöglichen einen einfachen und behindertengerechten Flug. Manche Anbieter erlauben sogar eine kostenlose Mitnahme einer Begleitperson. Den Hilfsbedarf müssen Sie jedoch rechtzeitig anmelden.

Wenn Sie oder Ihre Begleitung auf einen Sauerstoffkonzentrator angewiesen sind, müssen Sie allerdings darauf achten, dass dieser von der FAA (Federal Aviation Administration) zugelassen ist. Gegebenenfalls müssen Sie das medizinische Gerät auch vorher bei der Fluggesellschaft ankündigen. Informieren Sie sich rechtzeitig über die entsprechenden Bedingungen.

 

Freizeitgestaltung vor Ort

Um zu vermeiden, dass Ausflüge zur Herausforderung werden, lohnt es sich, bereits vor der Reise auf barrierefreie Angebote zu achten – insbesondere, wenn ein Rollstuhl oder Rollator benötigt wird.

Viele Städte und Urlaubsregionen bieten gut ausgebaute Wege, barrierefreie Sehenswürdigkeiten und rollstuhlgerechte Touren an. Oft sind auch barrierefreie Stadtführungen buchbar, die sich ideal dafür eignen, die Region entspannt zu erkunden.

Nicht jede Aktivität muss sportlich oder aufwendig sein, um Freude zu machen. Beliebte barrierefreie Freizeitangebote sind z. B.:

  • Ausstellungen, Konzerte oder kulturelle Veranstaltungen mit Sitzplätzen
  • Schifffahrten und Bustouren (je nach Einschränkung)
  • Wellnessangebote mit ebenerdigem Zugang
  • Barrierefreie Cafés, Restaurants und Parks

Tipp: Auf den Websites vieler Urlaubsregionen finden Sie spezielle Informationen für mobilitätseingeschränkte Gäste inklusive Kartenmaterial und Ausflugstipps.

 

Barrierefreie Unterkünfte

Ein barrierefreier Urlaub steht und fällt mit der richtigen Unterkunft. Doch die Begriffe „barrierefrei”, „behindertengerecht” und „rollstuhlgerecht” werden oft unterschiedlich verwendet. Für pflegende Angehörige, die einen passenden Ort für den Urlaub mit ihren Eltern oder Angehörigen suchen, kann das schnell unübersichtlich werden.

Ein kurzer Überblick:

Barrierefrei

Allgemein zugänglich für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, z. B. stufenlose Eingänge, breite Türen, Haltegriffe im Bad. Achtung: Nicht automatisch rollstuhlgerecht.

Rollstuhlgerecht

Speziell auf Rollstuhlnutzer ausgelegt, z. B. ausreichend Platz zum Wenden, unterfahrbare Waschbecken, bodengleiche Dusche. Hier lohnt sich genaues Nachfragen.

Behindertengerecht

Sehr allgemeiner Begriff, der unterschiedliche Bedürfnisse (körperlich, geistig, sensorisch) abdecken kann.

 

Ein barrierefreier Urlaub steht und fällt mit der richtigen Unterkunft. Doch die Begriffe „barrierefrei”, „behindertengerecht” und „rollstuhlgerecht” werden oft unterschiedlich verwendet. Für pflegende Angehörige, die einen passenden Ort für den Urlaub mit ihren Eltern oder Angehörigen suchen, kann das schnell unübersichtlich werden.

Checkliste für barrierefreie Unterkünfte im Urlaub:

  • Stufenloser Zugang zum Gebäude (z. B. Rampe oder ebenerdiger Eingang)
  • Breite Türen und Flure (mind. 90 cm)
  • Aufzug vorhanden
  • Barrierefreies Bad mit Haltegriffen, unterfahrbarem Waschbecken, bodengleicher Dusche
  • Ausreichend Bewegungsfläche im Zimmer (mind. 150 x 150 cm Wendekreis für einen Rollstuhl)
  • Anpassbare Bettenhöhe oder die Möglichkeit für ein Pflegebett
  • Parkplatz in Hausnähe oder Behindertenparkplatz

 

Reisefreundliche Hilfsmittel für Personen mit eingeschränkter Mobilität

Um den Urlaub behindertengerecht zu gestalten, sollten passende Hilfsmittel auf der Packliste stehen. Sie sollten jedenfalls nicht auf eine ausreichende Hilfsmittelversorgung am Urlaubsort setzen, zumindest nicht, wenn es sich nicht um speziell für eingeschränkte Personen geeignete Unterkünfte handelt. Das Sanitätshaus Burg berät Sie gerne persönlich bei der Auswahl geeigneter Produkte.

Folgende Hilfsmittel erleichtern barrierefreies Reisen:

  • Leichtgewichtrollstühle oder Reiserollstühle, am besten faltbar und kompakt
  • Zusammenklappbare Rollatoren mit abnehmbaren Rädern und integriertem Sitz
  • Kompakte Gehhilfen wie ausziehbare Gehstöcke
  • Badezimmerhilfen wie Toilettenstuhlkissen und klappbare Duschhilfen
  • Mobile Rampen für das Überwinden kleiner Schwellen oder Stufen
  • Alltagshilfen wie Essbesteck mit Griffen, Trinkhilfen und Anziehhilfen
  • Reiseapotheke mit Hygienemitteln, Tablettendose, Pflaster und Co.
  • Kompressionsstrümpfe für Flüge und längere Transportwege
  • Nackenkissen für mehr Komfort unterwegs

 

Ein gemeinsamer Urlaub mit einem pflegebedürftigen Angehörigen kann eine wunderbare Auszeit sein – vorausgesetzt, er ist gut vorbereitet. Hier sind einige Tipps, damit Sie entspannt starten können.

  1. Frühzeitig planen: Je mehr Zeit Sie für die Vorbereitung haben, desto stressfreier wird die Reise.
  2. Bedürfnisse realistisch einschätzen: Achten Sie bei der Auswahl des Reiseziels und der Aktivitäten darauf, was körperlich und organisatorisch machbar ist.
  3. Dokumente und Medikamente organisieren: Packen Sie eine Mappe mit wichtigen Unterlagen (Pflegegradbescheid, Medikamentenliste, Notfallkontakte) sowie ausreichend Medikamenten für die Dauer der Reise.
  4. Unterstützung organisieren: Viele Regionen bieten ambulante Pflegedienste oder mobile Betreuung an, die stundenweise zur Entlastung einspringen können.
  5. Pausen einplanen: Überfordern Sie sich und Ihren Angehörigen nicht – kurze Etappen und genügend Pausen helfen dabei, dass die Reise für beide Seiten angenehm wird.
  6. Kontakt zum Sanitätshaus aufnehmen: Eine Beratung vor der Reise hilft, passende Hilfsmittel auszuwählen. Wir unterstützen Sie gerne dabei!

 

FAQs

Was bedeutet barrierefreies Reisen?

Eine Reise ist dann barrierefrei, wenn Menschen mit Einschränkungen, Mobilitätshilfen oder anderen besonderen Bedürfnissen möglichst uneingeschränkt und selbstständig unterwegs sein können. Dazu gehören unter anderem stufenlose Zugänge, rollstuhlgerechte Unterkünfte, gut zugängliche Verkehrsmittel, barrierefreie Sehenswürdigkeiten und Restaurants mit ausreichend Platz. Für pflegende Angehörige bedeutet barrierefreies Reisen zudem mehr Sicherheit und Entlastung.

Welche Reiseziele eignen sich für barrierefreie Urlaube?

Inzwischen haben sich viele Urlaubsregionen gut auf Reisende mit eingeschränkter Mobilität eingestellt. In Deutschland zählen dazu beispielsweise die Nord- und Ostseeküste, der Bodensee, Teile des Bayerischen Waldes sowie Kurorte wie Bad Kissingen. Auch größere Städte wie Berlin, Dresden oder Hamburg bieten zahlreiche barrierefreie Sehenswürdigkeiten. Wer ins Ausland reisen möchte, findet weltweit Angebote für Reisen für Personen mit eingeschränkter Mobilität. Besonders gut gelingt barrierefreies Reisen in Skandinavien, den Niederlanden, Griechenland, Spanien, Afrika und auf den Kanarischen Inseln.

Was bedeutet „behindertengerecht“ bei Unterkünften?

Leider ist der Begriff „behindertengerecht“ nicht gesetzlich definiert und kann unterschiedlich ausgelegt werden. In der Praxis sollte eine behindertengerechte Unterkunft über stufenlose Zugänge, breite Türen, ein rollstuhlgerechtes Bad sowie ausreichend Platz zum Wenden verfügen. Wer ganz sichergehen will, sollte auf Unterkünfte mit zertifizierter Barrierefreiheit achten (z. B. „Reisen für Alle“-Siegel).

Wie funktioniert der Transport von Hilfsmitteln im Flugzeug?

In der Regel ist der Transport von Hilfsmitteln im Flugzeug kostenfrei. Dazu zählen Rollstühle, Rollatoren und Mobilitätshilfen wie Elektroscooter. Es ist jedoch wichtig, die Hilfsmittel rechtzeitig bei der Fluggesellschaft anzumelden, idealerweise direkt bei der Buchung.