Richtig inhalieren: So geht`s – mit und ohne Gerät

Sanitätshaus Burg GmbH

 

Ob bei einer akuten Erkältung oder einer chronischen Erkrankung: Inhalieren kann Beschwerden in den Atemwegen reduzieren und sogar vorbeugen. Kein Wunder also, dass Inhalieren zu den bewährten Hausmitteln gehört und ein Inhalationsgerät ein wichtiges Hilfsmittel bei der Pflege erkrankter Angehöriger ist. Doch wie geht das – richtig inhalieren? Worauf sollte ich als Betroffene oder pflegende Person beim Inhalieren mit und ohne Inhalationsgerät achten? Das Sanitätshaus Burg berät Sie gerne!


 

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Warum richtiges Inhalieren so wichtig ist

Inhalieren ist eine bewährte Methode, um die Atemwege zu befeuchten, Schleim zu lösen und die Lunge gezielt mit Wirkstoffen zu versorgen. Besonders bei Atemwegserkrankungen wie Erkältungen, Bronchitis, Asthma oder COPD kann sie spürbare Erleichterung bringen. Damit die Inhalation tatsächlich hilft, ist die richtige Anwendung entscheidend.

Wer zu schnell oder zu flach atmet, das falsche Mittel wählt oder das Gerät nicht korrekt nutzt, verschenkt die wertvolle Wirkung oder reizt im schlimmsten Fall sogar die Atemwege. Gerade im Pflegekontext, etwa bei älteren Angehörigen, ist es deshalb wichtig, auf eine schonende und effektive Inhalation zu achten.

 

Richtig inhalieren mit Inhalationsgerät

Inhalationsgeräte ermöglichen es, Wasserdampf in die tieferen Atemwege zu transportieren. Das genutzte Wasser kann durch Inhalationslösungen mit unterschiedlichen Wirkstoffen versehen werden (z. B. Kochsalzlösung). Es gibt verschiedene Arten, darunter Vernebler, Dampfinhalatoren und spezielle Geräte für Kinder. Um die volle Wirkung zu erzielen, sollte das Inhalieren mit Gerät immer entsprechend der Produktanleitung durchgeführt werden.

 

Anleitung: So inhalieren Sie richtig mit einem Gerät

  1. Waschen Sie Ihre Hände und stellen Sie das Inhalationsgerät auf eine stabile Unterlage.
  2. Bereiten Sie die Inhalationslösung vor und füllen Sie die Lösung vorsichtig ins Gerät ein.
  3. Schalten Sie das Inhalationsgerät ein und setzen Sie die Maske auf bzw. nehmen Sie das Mundstück in den Mund (je nach Gerätetyp).
  4. Atmen Sie langsam und tief durch den Mund ein, halten Sie den Atem kurz an und atmen Sie dann ruhig wieder aus. Wiederholen Sie diesen Atemrhythmus während der gesamten Inhalationszeit (ca. 10 bis 15 Minuten).
  5. Schalten Sie das Gerät aus und reinigen Sie alle abnehmbaren Teile gründlich. Danach gut trocknen lassen.

 

Häufige Fehler beim Inhalieren

Auch wenn das Inhalieren auf den ersten Blick einfach erscheint, schleichen sich bei der Anwendung schnell kleine Fehler ein. Ein häufiger Stolperstein ist die Atemtechnik: Viele Menschen atmen zu flach oder zu schnell, sodass der Dampf oder Nebel die tieferen Atemwege gar nicht erreicht. Achten Sie deshalb auf langsames, tiefes Einatmen und halten Sie die Luft kurz an, bevor Sie ausatmen. Wenn Sie einer pflegebedürftigen Person beim Inhalieren helfen, kann es hilfreich sein, den Atemrhythmus laut zu zählen: z. B. auf fünf einatmen, zwei Sekunden halten und auf fünf wieder ausatmen.

Ein weiterer häufiger Fehler ist die zu kurze Inhalationsdauer. Besonders bei Geräten mit Vernebler ist es wichtig, die vom Arzt oder Hersteller empfohlene Zeit (in der Regel 10 bis 15 Minuten) einzuhalten.

Auch die Hygiene darf nicht unterschätzt werden. Wenn Sie das Gerät oder die Maske nach der Anwendung nicht reinigen, riskieren Sie eine Verkeimung, was besonders für ältere oder immungeschwächte Menschen ein ernstzunehmendes Risiko darstellt. Reinigen Sie daher alle Teile regelmäßig und lassen Sie sie vollständig trocknen, bevor Sie sie erneut verwenden.

 

Inhalieren ohne Gerät: Hausmittel richtig anwenden

Vielleicht kennen Sie das noch von früher: eine klassische Inhalation über dem Kochtopf. Diese klassische Variante ohne Gerät kann vor allem bei Erkältungen und Nebenhöhlenbeschwerden Abhilfe schaffen. Wichtig: Bei dieser Dampfinhalation gilt es, Vorsicht walten zu lassen, um Verletzungen zu vermeiden.

 

So gelingt die Dampfinhalation mit Topf und Handtuch

  1. Bringen Sie etwa 1 bis 1,5 Liter Wasser in einem großen Topf zum Kochen.
  2. Lassen Sie das Wasser ein paar Minuten abkühlen.
  3. Setzen Sie sich bequem an einen Tisch, beugen Sie den Kopf über den Topf (mit etwa 30 bis 40 cm Abstand) und legen Sie ein Handtuch über den Kopf, sodass der Dampf nicht entweichen kann.
  4. Atmen Sie langsam und tief durch die Nase oder den Mund ein – je nachdem, welche Bereiche Sie behandeln möchten.
  5. Inhalieren Sie etwa 10 Minuten lang.

 

Welche Zusätze eignen sich zum Inhalieren?

Je nach Beschwerden können Sie dem Wasser auch natürliche Zusätze beifügen. Diese wirken unterstützend und verstärken die Effekte der Inhalation. Besonders bewährt haben sich:

  • Kamillenblüten: entzündungshemmend und beruhigend
  • Kochsalz (z. B. Meersalz oder Emser Salz): schleimlösend und feuchtigkeitsspendend
  • Ätherische Öle wie Eukalyptus, Pfefferminze oder Thymian: antibakteriell und befreiend für die Atemwege

 

Wichtig: Verwenden Sie Zusätze nur, wenn keine Allergien oder Unverträglichkeiten bestehen. Für Kinder und empfindliche Personen sollten keine ätherischen Öle verwendet werden. Bei Unsicherheiten sprechen Sie vorher mit einem Arzt oder Apotheker.

 

Sicher inhalieren ohne Gerät: Diese Risiken sollten Sie kennen

So einfach die Dampfinhalation auch ist, sie birgt gewisse Risiken, insbesondere für ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität. Heiße Flüssigkeit kann zu Verbrühungen führen, wenn die Schüssel oder der Topf umgestoßen oder das Gesicht zu nah an den Dampf gehalten wird. Achten Sie daher immer auf einen sicheren Stand der Schüssel und einen ausreichenden Abstand zum Gesicht.

 

Mit oder ohne Gerät: Welche Methode ist besser?

Welche Inhalationsmethode die richtige ist, hängt von der individuellen Situation ab. Für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD ist die Anwendung eines medizinischen Inhalationsgeräts meist die beste Wahl. Diese Geräte erzeugen feinste Aerosole, die gezielt in die unteren Atemwege gelangen und dort ihre Wirkung entfalten. Auch für die Pflege älterer Angehöriger sind sie häufig die praktikablere Lösung, da sie eine gleichmäßige und kontrollierte Inhalation ermöglichen. Gleiches gilt für Kinder, die sich beim Inhalieren mit einem Topf durch eine kleine Unachtsamkeit leicht verbrühen können.

Praxistipp: Oftmals verschreiben Ärzte auch ein Inhaliergerät auf Rezept, sodass die Krankenkasse die Kosten dafür übernimmt.

Die Dampfinhalation ohne Gerät eignet sich hingegen gut bei akuten Erkältungen, einer verstopften Nase oder Nebenhöhlenbeschwerden. Sie hilft dabei, die Schleimhäute zu befeuchten und Schleim zu lösen, und kann mit natürlichen Zusätzen unterstützt werden. Allerdings ist sie nicht für jeden geeignet. Bei Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit, Kreislaufproblemen oder kognitiven Einschränkungen kann der heiße Dampf eher zur Gefahr werden als zur Hilfe.

 

Individuelle Beratung zum richtigen Inhalieren

Wer unsicher ist, welche Methode für sich selbst oder eine pflegebedürftige Person geeignet ist, sollte ärztlichen Rat einholen oder sich im Fachhandel beraten lassen. So stellen Sie sicher, dass die gewählte Inhalation nicht nur hilft, sondern auch sicher angewendet werden kann. Im Sanitätshaus Burg beraten wir Sie gern persönlich – auch wie Sie ein Rezept für ein Inhaliergerät einlösen.

 

FAQs

Wie oft sollte ich inhalieren?

In der Regel reicht ein- bis zweimal täglich, je nach Beschwerden und Inhalationsmittel. Im Zweifel halten Sie am besten Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Welche Inhalationsmethode ist für ältere Menschen am besten geeignet?

Für ältere oder pflegebedürftige Menschen ist meist ein Inhalationsgerät mit Maske am besten geeignet, da diese Methode sicher, bequem und kontrolliert angewendet werden kann.

Soll ich durch den Mund oder durch die Nase inhalieren?

Das hängt vom Ziel der Inhalation ab. Bei Bronchitis oder Lungenerkrankungen empfiehlt sich das Einatmen durch den Mund, bei Nasennebenhöhlenbeschwerden hingegen das Einatmen durch die Nase.

Wann sollte ich nicht inhalieren?

Bei Fieber, akuten Entzündungen der Atemwege, Herz-Kreislauf-Problemen oder sehr empfindlichen Schleimhäuten sollte auf das Inhalieren verzichtet oder ärztlicher Rat eingeholt werden.